Fachkräfte sind knapp, gute erst recht. Und während viele Unternehmen viel Geld in Stellenanzeigen stecken, übersehen sie den Ort, an dem sich ein Bewerber wirklich entscheidet, ob er sich bewirbt oder weiterklickt: die eigene Website.
Denn hier passiert etwas Entscheidendes. Wer eine Stellenanzeige interessant findet, macht fast immer denselben nächsten Schritt. Er schaut sich das Unternehmen im Netz an. Und was er dort findet, kann seine Begeisterung befeuern oder im Keim ersticken.
Genau deshalb lohnt es sich, beim Thema Employer Branding die Website ernst zu nehmen. Hier ein paar handfeste Tipps, wie dein Auftritt zum Bewerbermagneten wird statt zur Abschreckung.
Der häufigste Fehler zuerst. Viele verstecken ihre offenen Stellen in einer lieblosen Liste irgendwo im Fußbereich. Ein paar Stichpunkte, eine Mailadresse, das war's.
Das reicht heute nicht mehr. Bewerber haben die Wahl, und sie merken sofort, wo man sich Mühe gibt und wo nicht. Eine echte Karriereseite erzählt, wie es ist, bei euch zu arbeiten. Wer sind die Menschen im Team? Wie sieht der Alltag aus? Wofür steht ihr als Arbeitgeber?
Diese Seite ist kein Nebenschauplatz, sondern euer Schaufenster im Wettbewerb um Talente. Sie verdient dieselbe Sorgfalt wie eure wichtigsten Verkaufsseiten. Eine erfahrene Webdesign Agentur plant sie deshalb als eigenständigen Bereich mit klarer Aufgabe, nicht als Anhängsel.
Nichts entlarvt eine Karriereseite schneller als das lächelnde Stockfoto-Team, das offensichtlich nie einen Fuß in euer Büro gesetzt hat. Bewerber erkennen das sofort, und es untergräbt genau das Vertrauen, das ihr aufbauen wollt.
Echte Fotos von echten Mitarbeitern wirken ungleich stärker. Menschen wollen sehen, mit wem sie arbeiten würden. Gesichter, echte Arbeitssituationen, vielleicht ein kurzes Statement, warum jemand gern bei euch ist.
Das muss nicht hochglanzpoliert sein. Im Gegenteil, ein bisschen Authentizität schlägt gestellte Perfektion. Diese Echtheit ist Teil eures Corporate Designs im weiteren Sinne, denn auch die Bildsprache erzählt, wer ihr seid. Und gerade beim Arbeitgeberauftritt zählt Glaubwürdigkeit mehr als jeder Effekt.
Bewerber suchen heute nicht nur einen Job, sondern ein Umfeld, das zu ihnen passt. Deshalb wollen sie wissen, wofür ihr als Unternehmen steht, welche Werte ihr lebt, wie ihr miteinander umgeht.
Und hier ist Ehrlichkeit wichtiger als Schönfärberei. Wer allen alles verspricht, klingt beliebig. Wer klar sagt, was ihn ausmacht, zieht die Richtigen an und schreckt die Falschen ab. Und genau das ist gut so, denn eine Fehlbesetzung kostet am Ende beide Seiten Zeit und Nerven.
Trau dich also, konkret und ehrlich zu sein. Ein klares Profil ist attraktiver als ein weichgespültes, das niemandem wehtut, aber auch niemanden begeistert. Das ist im Employer Branding nichts anderes als im übrigen Branding: Kante schlägt Beliebigkeit.
Hier verlieren erstaunlich viele Unternehmen genau die Bewerber, die sie eigentlich schon überzeugt hatten. Der Grund: ein umständlicher Bewerbungsprozess.
Ein seitenlanges Formular, ein Pflicht-Login, die Aufforderung, sämtliche Angaben aus dem beigefügten Lebenslauf nochmal per Hand einzutippen. Jede dieser Hürden kostet dich Bewerbungen, gerade von gefragten Fachkräften, die diese Mühe schlicht nicht nötig haben.
Mach es so einfach wie möglich. Ein klarer Weg, wenige Schritte, eine unkomplizierte Kontaktmöglichkeit. Dieselben Prinzipien, die im Online Marketing die Conversion steigern, gelten hier für die Bewerbung: Jede unnötige Hürde weniger bringt dir mehr Menschen ans Ziel.
Ein großer Teil der Jobsuche passiert heute mobil, oft abends auf dem Sofa. Wenn deine Karriereseite am Smartphone langsam lädt oder verrutscht aussieht, ist der Interessent weg, bevor er überhaupt gelesen hat, was ihr zu bieten habt.
Der erste Eindruck entscheidet in Sekunden, und am Handy ist er besonders unversöhnlich. Eine Seite, die dort hakt, wirkt unprofessionell, ganz unabhängig davon, wie gut ihr als Arbeitgeber wirklich seid.
Deshalb gilt für die Karriereseite dasselbe wie für den Rest eures Auftritts: Tempo und mobile Darstellung sind kein technisches Detail, sondern entscheiden mit darüber, ob aus Interesse eine Bewerbung wird. Ein durchdachtes Webdesign berücksichtigt das von Anfang an.
Bewerber, die sich für euch interessieren, schauen nicht nur auf die Karriereseite. Sie klicken durch die ganze Website, vielleicht auf eure Social-Media-Profile, lesen Bewertungen. Und all das muss zusammenpassen.
Wenn eure Verkaufsseite modern und souverän wirkt, die Karriereseite aber lieblos zusammengeschustert, entsteht ein Bruch. Umgekehrt genauso. Ein stimmiger Gesamtauftritt signaliert: Hier arbeitet ein Unternehmen, das weiß, was es tut, und das gilt dann auch als Arbeitgeber.
Employer Branding ist deshalb kein isoliertes Projekt, sondern Teil eures gesamten Markenauftritts. Es zahlt auf dasselbe Bild ein wie alles andere, und es wirkt am stärksten, wenn Arbeitgeber- und Unternehmensmarke dieselbe Sprache sprechen.
Deine Website ist im Wettbewerb um gute Leute ein unterschätztes Werkzeug. Employer Branding entscheidet sich nicht nur in der Stellenanzeige, sondern genau hier, an dem Ort, an den ein interessierter Bewerber als Nächstes klickt.
Eine echte Karriereseite, ehrliche Einblicke mit echten Menschen, ein klares Profil, ein einfacher Bewerbungsweg, ein sauberer Auftritt am Handy und ein Gesamtbild aus einem Guss. Wer diese Punkte beherzigt, verwandelt die eigene Website vom stillen Mitwisser in einen aktiven Bewerbermagneten.
Und das Beste: Das meiste davon ist keine Frage des Budgets, sondern der Aufmerksamkeit und der richtigen Prioritäten.
Ihr wollt eure Website zum Vorteil im Recruiting machen? Dann lass uns reden. Wir schauen gemeinsam, welchen Eindruck euer Auftritt bei Bewerbern gerade hinterlässt und wo Potenzial liegt, ganz unverbindlich.
Wenn du dich selbst als Bewerber auf deiner Karriereseite umschauen würdest: Würdest du dich bewerben wollen?